Warum ich mich bei Serve the City Berlin engagiere?

Berlin ist eine besondere Stadt. Als Brandenburger bin ich in dieser Region aufgewachsen, seit 2008 lebe und arbeite ich in Berlin. Überall wo man hinschaut gibt es Geschichte: Preußen, Weltkriege, Teilung, Wiedervereinigung. Berlin hat seine Spuren in den Geschichtsbüchern der Welt hinterlassen.

Über 28 Jahre lang war die Berliner Mauer das Symbol der Teilung der Welt. Sie teilte aber nicht nur Europa, Deutschland und Berlin in Ost und West – die Mauer teilte auch eine Gesellschaft. Familien und Freunde wurden entzweit, Liebende auseinandergerissen. Für mich ist die Berliner Mauer ein Symbol für eine geteilte Gesellschaft.

An den Resten der Berliner Mauer kann man noch heute lesen: „Es gibt viele Mauern abzubauen“ und „Berlin wird mauerfrei“. Gemeint sind dabei nicht die Mauern aus Stein und Beton – sondern die unsichtbaren Mauern unserer Gesellschaft. Mauern, welche die Armen von den Reichen, die Gesunden von den Kranken oder die Einheimischen von den Zugezogenen trennen.

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Cafe Treffpunkt

Demut, Mitgefühl, Respekt, Mut und Hoffnung – mit diesen Werten baut Serve the City (STC) Berlin Beziehungen auf, die etwas bewirken und verändern wollen. Seit drei Jahren nehme ich regelmäßig an Projekten teil, leite Freiwillige zu unterschiedlichen Einrichtungen und lerne Menschen am Rande der Gesellschaft kennen. Die oftmals emotionalen Erlebnisse und Erfahrungen haben nicht nur mich verändert, sondern auch zu zahlreichen Freund- und Bekanntschaften geführt.

Viele kleine LeuteIch glaube daran, dass die Werte von Serve the City universell sind und die Grundlage transformierender Beziehungen sein können. Ich glaube daran, weil ich es in den STC Projekten immer wieder beobachten kann: Durch den respektvollen Umgang mit älteren Menschen oder die mutige Kontaktsuche mit Obdachlosen auf den Straßen der Stadt. Ich erkenne das Mitgefühl, welches Menschen mit Behinderung entgegengebracht wird und die Demut, die man in einem Flüchtlingsheim empfindet. Nicht zuletzt sehe ich auch die Hoffnung, die Menschen in sozialen Einrichtungen empfinden, wenn die Freiwilligen in den roten STC T-Shirts vorbeikommen.

„Es gibt viele Mauern abzubauen“ – wenn ich das rote T-Shirt als Freiwilliger oder das blaue T-Shirt als Projektleiter anziehe, nehme ich das Werkzeug in die Hand, um diese Mauern einzureißen. Und ich tue es als Teil einer weltweiten Bewegung, die nach einer Weisheit handelt, welche sich ebenfalls auf den Resten der Berliner Mauer wiederfindet: „Viele kleine Leute die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Ich bin einer der vielen kleinen Leute, Berlin ist nur einer der vielen kleinen Orte und unsere Projekte sind nur ein paar der vielen kleinen Dinge. Doch zusammen, können wir das Gesicht der Welt verändern. Deswegen bin ich Teil der Serve the City Bewegung.

by: Tony Krönert

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