Berlin ist manchmal nicht so unterschiedlich als in anderen Städten, obdachlose Menschen gibt es auch in vielen Strassen rund um die Stadt. Mit dem Beginn des Sommers haben wir am diesem Samstag wieder mit dem Projekt “In der Stadt unterwegs” angefangen.

Kurz bevor das Projekt beginnt, machen wir kleine Lunchpakete mit einem Sandwich, Saft und einem sussen Snack innen. Danach laufen wir durch die Stadt um Leute zu finden und ihnen die Lunchpakete zu geben. Während des Projekts ist es immer interessant wie die Leute reagieren und viele ihrer Geschichte zu hören.

Unsere Heldin Josephine erzählt uns was sie am diesen Tag erlebt hat:

Von den meisten werden sie ignoriert, übersehen und vermieden, obwohl sie Menschen wie du und ich sind – nur eben oftmals ohne ein Dach über den Kopf oder etwas zu Essen.
Wir von STC wollten versuchen, den Obdachlosen in Berlin letzten Samstag das Leben ein wenig leichter zu machen, in denen wir ihnen selbstgemachte Lunchpakete vorbeibringen und ich denke, wir haben diese Aufgabe sehr gut erfüllt.
Da ich zum ersten Mal an diesem Projekt teilgenommen habe, war ich sehr neugierig und gespannt, hatte aber auch ein paar Sorgen: Werden einige vielleicht mit verletztem Stolz, eventuell sogar aggressiv reagieren?
Nun ging es also mit unserem Viererteam quer durch Berlin und was soll ich sagen – wir konnten alle 30 Lunchpakete innerhalb von zwei Stunden verschenken und die Menschen waren voll aufrichtiger Dankbarkeit. Viele hat es auch interessiert, von welchem Projekt wir kommen, so dass wir es schnell bereut haben, keine Flyer o.Ä. mitgebracht zu haben. Andere haben auf Grund des warmen Wetters geschlafen, so dass wir unsere Pakete entweder neben sie gelegt oder ihre Freunde sie für uns weitergegeben haben.
Meine Lieblingsbegegnung war wohl gleich die erste: nachdem wir unsere Pakete an die zwei Männer verteilt hatten, durfte ich zu meiner großen Freude deren Hund streicheln, der einen wilden blauen Irokesen hatte.
Ich denke, die 2 größten Werte, mit denen wir am Samstag in Berührung gekommen sind, sind Mut, auf die Menschen zuzugehen und sie anzusprechen und auch Respekt ihnen gegenüber, weil es meistens sie sind, die am wenigsten in unserer Gesellschaft haben und es doch schaffen, immer noch zu lächeln und nicht aufzugeben.

-Josephine Schallehn (Deutschland)

Aktionstag 11. Juni 2016

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